Teil 15
Das Mallorca des Ostens
Latent angespitzt, aber eigentlich viel zu faul um noch mal loszumachen, erforderte es einiger Überzeugungskraft seitens Misha, uns doch auch mal das Nachleben der ukrainischen Schwarzmeermetropole zu geben. Viel zu abgekackt, tauschten wir zur Abwechslung mal pussihaft unsere T-Shirts, um uns auch richtig geil zu fühlen, stoppten ne Maschrutka zur Umsteigestelle Most, danach einen Russentechno hörenden Schwarztaxifahrer und kamen nach etwa einer Stunde im ukrainischen Minimallorca an. Unglaublich wie viel schlechter Geschmack auf so wenig Platz vereint sein kann. Da unsere Blickhöhe aber, wie den ganzen Tag über, nicht über 1,50 stieg, sahen wir höchstwahrscheinlich nicht das ganze Ausmaß der Partyanlage. Grundsätzlich lassen die Strandclubs da viel Platz für echt coole Parties im Sommerseewind. Da aber östlich der EU Außengrenze musikalisch eher straff monoton auf die Mütze bevorzugt wird, gern auch mit diversen Klingeltonakteuren als Protagonisten (a la Crazy Frog), stellt sich nicht wirklich eine angenehme Clubätmosphäre ein. Wie sooft konnte das musikalische Niveau sowie die noch immer vorhandene Müdigkeit mittels einer ordentlichen Portion Alkohol bis zur Belanglosigkeit herunterreduziert werden. Diesmal wollten wir es allerdings etwas smarter angehen und so entschieden sich M und C nach dem obligatorischen Eingewöhnungsbier für Wodkashots und Fruchtsaft. Mascha begann ebenfalls mal wieder richtig mitzutrinken, mit anderen Worten sie trank noch ein Bier. Immer besser gelaunt bestaunten wir das rege Treiben auf der Tanzfläche und versuchten uns natürlich nur auf die zahlreichen Candys zu konzentrieren. Vor allem wenn Mascha mal wieder tanzte, werteten M und C das Gesehene aus bzw. wiesen sich gegenseitig auf besonders schöne Exemplare hin. Den Höhepunkt stellte dabei die weniger schöne, dafür aber herausragend laszive und unseres Erachtens definitiv bezahlte Devoschka dar, die sich ungeniert am Bein eines abstoßenden etwa 45’jährigen Russen, der zuvor mit seinem Kuppel mehrmals die Glocke der Bar, die nur bei teuren und außergewöhnlichen Alkoshots betätigt wird, zum Leuten gebracht hatte. Ekelhaft! Nachdem das zweite Mal an diesem Abend der Cracy Frog Techno Klingelton Remix angespielt wurde, entschied sich C. Masha mit einem abstrusen Abschlusstanz zu beglücken, wobei M. angestrengt wegschaute, um direkt im Anschluss diesen Ort des Partygrauens zu verlassen. An die Rückfahrt erinnerten nur noch die 70 fehlenden Grivnas am nächsten Tag, aber ansonsten muss es wohl alles ziemlich schnell gegangen sein. Wie gewöhnlich musste M. zu Hause noch ein Bier öffnen und dazu ne Kippe rauchen. Die Kippe liegt sicherlich immer noch irgendwo halb rum und das restliche dreiviertel Bier genehmigte sich Misha am Abend darauf.
# posted by ostblog @ 7:42 AM