Saturday, December 24, 2005

 
Teil 7

Der Strand

Für M. war es das erste Mal, dass er seine Käsefüße in „ein“ schwarzes Meer hängen durfte, aber viel anders als all die anderen Meere war es dann doch nicht. Der Strand jedoch war wie leergefegt und so zockten wir ein wenig Frisbee.[1] Wir steuerten noch an einem der seltenen (Ironie!!!) Alkshops vorbei und da ein Tag stets so beendet werden sollte wie er begann, spülten wir die paar Bier mit ordentlich Vodka runter. Dies machte uns aber leider im abendlichen Familien-Domino-Spiel nicht besser und ließen die beiden Frauen (Masha und Lena) haushoch gegen uns gewinnen. Wir wollen uns auch nicht nachsagen lassen, wir wären Lumpen und würden unserem männlichen Gewinndrang zu freien Lauf lassen. Aber egal, wir gingen sehr zeitig zu Bett, was auch unserem Alkoholpegel zu zuschreiben war und der nächste Tag wurde aus Selbstschutz nicht wieder mit Vodka begonnen. Nachdem der Vormittag mit ausreichend „Planen“ verbracht wurde, wie wir unsere Zeit hier am sinnvollsten verbringen könnten, schafften wir es tatsächlich vor 13.00 Uhr das Haus zu verlassen, was genau ausgedrückt 2 Stunden eher bedeutete und M. sehr damit zufrieden war seine „wertvolle“ Zeit nicht einfach nur mit früh-nach-dem-Aufstehen-erstmal-2h-auschillen zu vergeuden. So „fuhren“ wir also per Fußbus zum Strand und hatten eigentlich nichts weiter im Sinn, als extrem abzuchillen, doch leider meldete sich der Magen sofort wieder, was eigentlich auch klar war, weil nach einer Puppenportion Start-Cornflakes kann sich kein Erwachsener als ausreichend gefüllt fühlen, um die nächsten Tage ohne Essen auszukommen und schon wieder wurden wir mit einer neuen Erfahrung konfrontiert – ukrainische Hotdogs!! Wenn das, was wir da zu uns nahmen wenigstens Hund gewesen wäre, hätten wir zumindest gewusst, was wir da aßen. So waren Karotten das Einzige, was erkennbar war.

Trotz des Ekels riskierten wir dennoch einen intensiveren Blick auf den Strand und entdeckten…..leider nur Wale und Walrösser[2], die nur auf engagierte Greenpeaceaktivisten warteten, um ins Meer zurück geschoben zu werden. Dies geschah leider nicht! Wäre schön gewesen, aber war einfach nicht! Aber wer kann auch von sich behaupten, Greenpeace-Leute jemals in Aktion gesehen zu haben? Also wir nicht! Vielleicht ist das auch nur ne „Fake-Vereinigung“, die nichts außer n gutes Image etablieren will, um so viel Spenden wie möglich einzunehmen? Naja, wir sollten vielleicht nicht so hart sein und alles anzweifeln und die Leute der Tierschutzvereinigung ihre Arbeit machen lassen und darauf hoffen, das sie es richtig machen und uns nicht nen Seelöwen für nen Tiger verkaufen wollen! Um diese Zwischengeschichte zu beenden, es fand` sich leider keiner der besagten Aktivisten, um die mächtigen Erzeugnisse der Natur zurück ins Meer zu rollen, und so bleiben sie wahrscheinlich liegen und verrecken elendig! Aber da wäre noch was zu bemerken und zwar stellte sich uns die schleierhafte Frage nach den eigentümlichen Essgewohnheiten so manches odessietischen Eingebornen und dessen plötzlich aus dem Nichts auftretenden Heißhungers auf Frischfisch. Dieser ist leider nicht mehr frisch, weil er schon circa 2 Tage am Stück bei Höchsttemperaturen in der Sonne gelegen hat und am Strand trotzdem noch munter drauflos verkauft wird. Igitt, schreit da unser Tiefkühlfisch-verwöhntes Verdauungsorgan. Wir entschieden uns trotz seiner offensichtlichen Reife, keinen Fisch zu kaufen.

Eine der überhaupt schlimmsten Entdeckung, die wir in der Ukraine machten, waren Mädchen im Alter von vielleicht 8-10 Jahren, welchen die Frau Mutter bereits erlaubte sich am Strand in Stringtangas zu präsentieren. Geht das mit der antiautoritären Erziehung vielleicht nicht doch ein bisschen zu weit? Wer produziert eigentlich solche Textilien in der Größe XXXS ? Sollte man dieser Firma nicht Mithilfe zur Kinderprostitution vorwerfen und diese direkt vor Gericht zerren? Also ich weiß nicht wie´s euch geht, uns jedenfalls kamen diese Gedanken schon.


[1] in der Kindheit auch spaßenshalber Friss-die-scheibe genannt, was aber nach 10 Jahren Reifungszeit absolut unlustig und kindisch erscheint, warum nur?

[2] Fette Menschen, insbesondere riesige, rothäutige Frauen


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