Saturday, December 24, 2005
Teil 8
Vorbereitung Entdeckungsreise West-Ukraine
Um euch nochmals daran zu erinnern, Masha hatte ja einen Trip durch den westlichen Teil des Landes geplant und auch schon mit einigen lokalen Individuen gesprochen, wann und wo wir günstig übernachten könnten. Tja, wenn man sich alleinig auf sein Organisationstalent verlassen kann, muss das nicht zwangsläufig heißen, dass auch alles aalglatt über die Bühne läuft. Weitgefehlt, und insbesondere dann, wenn dem Glück noch eine staatliche Institution zwischengeschaltet ist – wir hatten bis jetzt ja noch keine Tickets, um die Reise überhaupt starten zu können. Es war nun bereits der dritte Versuch an die Dinger ranzukommen und, wie sollte es auch anders sein, auch dieser schlug fehl! So läuft´s manchmal, Kameraden! Mit tief hängenden Köpfen verließen wir den Busbahnhof und unser Gemüt musste erstmal mit einer großen Portion chinesischem Essen beruhigt werden. Das Restaurant, von dem wir hier sprechen, präsentierte sich uns in einem eigenartig leerem Zustand, aber das lag sicherlich daran, dass uns anstatt der üblichen dahinplätschernden chinesischen Begleitmusik, Russentechno in seiner vollsten Brachialität und extra laut um die Ohren gewedelt wurde.
Eigentlich glaubten wir der „Kartenschalter-Tussi“ nicht, dass eventuell eine Stunde später Berechtigungsscheine aus dem Nichts auftauchen würden, oder gar für uns frisch gedruckt werden würden, trotzdem versuchten wir es erneut. Während Masha wieder mit der gleichen komischen Person (weiblich, oder doch nicht?) verhandelte, beäugten M. und C. in der Zwischenzeit den bis dato schönsten Hintern der Ukraine, der perfekt den schönsten Rücken der Ukraine vollendete.
Wir trauten unseren Augen und Ohren nicht, als Masha, nach einigen Schalterwechseln, tatsächlich mit drei Fahrkarten für den Nachtzug nach Lviv (Lemberg) zurückkam. Wie das Ganze vor sich ging und welche Logik dahinter stand, verstanden wir wieder nicht, begnügten uns damit, dass offensichtlich noch ein Wagon angehängt wurde.