Monday, July 24, 2006
Das endgueltige Ende verkappter Ostblockromantik
Es ist wie es ist! Wer mit der Erwartung nach Mittel- und Osteuropa faehrt, es sei alles billig, irgendwie grau und verkommen und als Westeuropaeer kann ich mal richtig den dicken Mann rauskehren, irrt gewaltig. Lange vergangen ist diese Art der Ostblockromantik bereits in unseren oestlichen Nachbarstaaten, ebenso in Ungarn, den baltischen Drei, in Kroatien oder Rumaenien und Bulgarien.
Im speziellen Fall Ukraine gilt das gleiche. Kiew praesentierte sich einmal mehr als moderne Metropole, in der gute Leistung eben auch gut seinen Preiss hat. Fuer den durchschnittlich betuchten Studenten also ein teures Pflaster. Odessa ist moderat, aber grau und verfallen passt einfach nicht, eher mediteran, laessig, humorvoll, und vor allem Offen fuer neue Ideen und dementsprechend vielversprechende Zukunftschancen fuer Leute mit ebendiesen.
Doch das einfach mal vorweg. Ansonsten lohnt ein Besuch definitiv. Lustug sind die Odessieten in jeder Hinsicht. Ueber die Schoenheit weiblicher Wesen und den eigenartigen Adidas style der Maenner wurde in vorigen Kapiteln ausreichend berichtet.
Wir waren heute Usbekisch essen und das sollte es viel mehr geben in Deutschland. Leckerste Schaschlik Spiesse (wahlweise mit Fisch, Lamm, Huhn odeer Schwein behaengt), sehr gute Suppen und fluffiges Brot kratzen das kulinarische Ausmass dieser Kaukasusgourmets nur ansatzweise an. Dannach ging es nach einigen wir-machen-hier-schliesslich-nicht-Urlaub-sondern-organisieren-europaeische-Jugenaustauschprogramme-Regularien doch einmal an den Strand des weiterhin viel zu uebervoelkerten Minimallorka in Odessa (Arkadia). Und diesmal konnte mann sich nicht nur entspannt der Betrachtung schoener Frauen widmen. Irgendwie glich es mehr einem Trainingsparkur fuer Greenpeace. Die haetten ihre wahre Freude am Wale ins Meer zurueckziehen gehabt. Puh. Die seichte Abkuehlung im etwa 22 Grad warmen Schwarzen Meer diente diesmal dem Abwaschen von Platzangstschweiss, weil bei etwa 5 cm Abstand zum naechsten Strandbesucher doch Anfluege von Claustrophobie keine seltenheit waren.
Es gaebe sicher noch viel zu schreiben, aber ich muss schlafen.